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LUST AUF FEEDBACK?

Immer wieder hören oder lesen wir, dass der deutlich überwiegende Teil der Mitarbeiter sich – durch jeweils einigermaßen plausible Loyalitäts-Statistiken belegt – bereits in innerer Emigration oder Kündigung befindet und deshalb nur noch „Dienst nach Vorschrift“ macht. Glauben Sie selbst diesen Zahlen? Egal, ob sie stimmen oder übertrieben sind. Sie erinnern uns immer mal wieder daran, das Mitarbeiter an ihre Führungskräfte klar definierte Erwartungen haben.

Wer Feedback nur dann gibt, wenn es etwas zu beanstanden („meckern“) gibt, beraubt sich des Potenzials eines der wichtigsten Motivatoren als wirksamem Führungsinstrument. Mitarbeiter wollen wahrgenommen werden. Als Mensch sowieso und mit dem, was sie tun natürlich auch. Sie wollen wissen, wie sie gesehen und bewertet werden. Darauf haben sie übrigens auch einen Anspruch.

Nicht nur deshalb ist das Feedback, die Rückmeldung, eines der wichtigsten Instrumente professioneller Führungsarbeit. Es gibt beiden Seiten Sicherheit und Klarheit. Ihnen als Führungskraft in Bezug darauf, was Sie wie mit welchem Ziel rückmelden wollen. Und Ihren Mitarbeiter die absolute und aktuelle Klarheit darüber, wie sie mit ihrem Tun wahrgenommen worden sind und was unter Umständen zu verändern ist. So gesehen, schafft die konsequente Arbeit mit dem Instrument Feedback tatsächlich Sicherheit. Nämlich in der Form, dass „mein Chef mir immer wieder und ehrlich sagt, wie die Dinge liegen.“ Damit kann Feedback durchaus auch als vertrauensbildende Maßnahme gelten.

Feedback spart Zeit. Wer damit konsequent arbeitet, spart sich beispielsweise einen großen Teil anderenfalls notwendiger Kritikgespräche mit all dem führungstechnischen Aufwand, der dafür zu betreiben ist.

Wann und wie funktioniert Feedback?

Wenn es

  • zeitnah, auch gern spontan erfolgt,
  • persönlich, ehrlich und authentisch gegeben wird,
  • annehmbar ist und Mitarbeitern (in negativen Fällen) die Rechtfertigung erspart,
  • auch bei positivem Verhalten gegeben wird,
  • kurz und knackig bleibt,
  • die anschließende Verhaltensänderung der Mitarbeiter bemerkt und ebenfalls „befeedbacked“ und
  • positives Feedback nicht mit negativem verknüpft („Ach so, was ich Ihnen aber auch noch sagen wollte, ...“) und auf diese Weise völlig entwertet wird.

In der Regel werden Sie als Führungskraft Ihren Mitarbeitern Ihre Rückmeldung im persönlichen Gespräch, also unter vier Augen, geben. Unter Motivations- oder anderen taktischen Aspekten kann es allerdings auch durchaus angemessen oder sogar angeraten sein, dieses Prinzip bewusst zu missachten. Wichtig ist dann allerdings um so mehr Ihre professionelle Vorbereitung, denn alle Zuhörer werden Partei ergreifen. Das ist nun mal so und unvermeidbar, manchmal aber eben auch hilfreich und gewollt. Sie haben es in der Hand. Es macht das Arbeiten und Führen leichter. Und Ihre Mitarbeiter zählen in der Loyalitäts-Statistik zu den „übrigen“, denen, die „mit Hirn und Herz dabei sind.“