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BUSINESS-KNIGGE (TEIL 2)

Dresscodes: Wie leger darf „Casual“ sein?

 

Es wird allmählich wieder wärmer. Und es ist ein alter Konflikt, der spätestens an heißen Sommertagen alljährlich neu aufflammt: Es ist extrem heiß, eine Klimaanlage existiert nicht – was ziehe ich an (oder aus)? 
In einigen Branchen hat man versucht, das Problem durch einen Casual Friday zumindest temporär zu lösen, mit unterschiedlichen Resonanzen und Erfolgen.
Vielfach heißt es auch, „Bei uns ist lockere bzw. legere Kleidung völlig o.k.“
Was ist nun wirklich richtig?
Grundsätzlich gilt nach wie vor, dass der so genannte Dresscode, also die Kleiderordnung, durch die Geschäftsführung vorgegeben werden kann und muss.
Abweichungen „nach oben“, also in Richtung „Business“, können dennoch hier und da temporär nicht nur sinnvoll, sondern sogar zwingend erforderlich sein.
Generell gilt auch, dass die Erwartungen der Kunden eine wichtige Rolle spielen. Diese Erwartungen hängen häufig mit dem Unternehmen, für das Sie arbeiten, und Ihrem Job an sich zusammen und damit, wie Sie selbst auf Andere wirken wollen. So weit das Grundsätzliche.
Was bedeuten die Begriffe Casual, leger oder locker in der Praxis?
Zunächst einmal wird auf eine Krawatte definitiv verzichtet, die wäre ein echter Faupax.
Getragen werden Hosen bzw. Röcke (allerdings nicht mini) oder Kleider, Jeans sind völlig in Ordnung.
Was bei Röcken und Kleidern selbstverständlich ist gilt auch für Hosen bzw. Jeans: nicht abgetragen (abgesehen von modisch-modernen Effekten) und nicht zu eng.
Jacken / Sakkos sind nicht erforderlich, die Ärmel dürfen hochgekrempelt werden.
Farblich gewährt dieser Dresscode viel Freiheit, da darf es ruhig auch etwas lebhafter sein. Generell zu (ver)meiden sind:
kurze Hosen (Shorts bzw. Hot Pants), Jogginghosen oder ähnliche, weiße Socken, Muscle Shirts sowie Sandalen oder Latschen und Flipflops.
Je nach Unternehmen und Job darf der Arbeitgeber verlangen, bestimmte Tattoos während der Arbeitszeit zu be- bzw. verdecken. Auch die Anzahl und Art der (Körper)Schmuckstücke kann begrenzt werden. Beide Aspekte spielen besonders im persönlichen Kundenkontakt eine Rolle, beispielsweise beim Bordpersonal von Schiffen und Flugzeugen. Dass auch in der Casual-Variante für Frauen tiefe und große Dekolletees tabu sind, versteht sich von selbst.
Zu guter Letzt – so schön und trainiert er auch sein mag – absolutes No Go ist das Zeigen des nackten Bauches und / oder hinteren Lendenbereiches. Weder der Anblick des berüchtigten „Maurer-Dekolletees“ noch des A...-Geweihes oder gar des Slips sind Dinge, die Menschen, mit denen wir in geschäftlichem Kontakt stehen, ertragen wollen und müssen. Das Ergebnis heißt im besten Fall Fremdschämen. Und wer will das schon?


P.S.: Sie sollten bei all dem darauf achten, nicht wesentlich besser angezogen zu sein als Ihr Chef...

Teil 3 im nächsten Newsletter.